Morgendliche Befehlsausgabe,
Modelle: Werner Kampfhofer |
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Einleitung Geschichtl./technischer Hintergrund Zusammenbau Luchs Zusammenbau Kübelwagen Das Diorama Die Bemalung Die Figuren Fazit Bildergalerie |
Wie viele Dioramen, die ich in letzter Zeit gebaut habe, gehört auch diese Arbeit zu der Ausstattung des Privatmuseums von Heinrich Z.
Als ich gegen Ende 2002 damit begonnen habe, den Luchs von Techmod zu bauen, wußte ich natürlich schon von den Fehlern dieses Modells, hatte aber den Auftrag, keine gravierenden Änderungen vorzunehmen.
Somit sieht man hier das Modell, grundsätzlich aus der Schachtel gebaut. Das Gleiche gilt auch für den Kübelwagen von Italeri. Wem das als zu einfach, ungenau oder einfach billig erscheint, der kann schon jetzt zum Lesen aufhören und sich einem anderen Beitrag widmen.
Der Luchs, Sd.Kfz 123, stellt einen der vielen Versuche dar, deutscherseits einen adäquaten Spähpanzer zu entwickeln. Mit einer Produktion von 100 Stück kam er zwar über das Prototypendasein hinaus, für eine systematische Ausrüstung waren das aber zu wenige Fahrzeuge, die noch dazu erst 1943 zum Einsatz gelangten. Die meisten Panzer wurden an der Ostfront eingesetzt, im Westen waren nur 26 Fahrzeuge bei der 1.Kp./Pz.Aufkl.Abt.9 der 9. Panzerdivision in Betrieb (Stand: 1. Juli 1944). Bis Ende August 1944 sind diese Fahrzeuge alle verloren gegangen.
Techmod beeinflusste die Kaufentscheidung über den Preis: 12.-€, das beseitigte die Schwellenangst! Das weiße, weiche Plastik verunsichert zwar ein wenig, dafür gibt es Einzelkettenglieder, geätzte Rahmen für die Lüfter, ein Kunststoffseil, schöne Decals und eine hübsche Bauanleitung. Das Modell läßt sich auch sehr schön bauen und es gibt fast nichts zu kitten. Kleben und Entgraten war auch problemlos, ich fürchtete nämlich Komplikationen wegen des Plastiks.
Das fertige Modell schaut auf Grund des weissen Materials aus wie ein Vacu Bausatz und man rätselt bis zur Bemalung ob das Ding wirklich jemals dem Vorbild ähnlich wird. Schweissnähte wurden mit einem temperaturgeregelten Lötkolben dargestellt. Die Gitter für die Lüfter entstanden aus Tüll. Nun aber zu den weniger erfreulichen Erkenntnissen:
Man kann aber auch den Rüstsatz für Luchs, MR 35100 (21.-€) verwenden. Der enthält neben dem Werkzeug auch einen neuen Panzeroberteil, Seitenvorgelege, etc. Ich habe keine geätzten Werkzeughalter verwendet, sondern nur Klammern aus gebogenem Silberdraht. Für die Teile, die keine Halterung aufgeprägt hatten, baute ich eine aus Alufolie. Was mich ärgert ist, dass ich für die seitlichen Staukästen keine photogeätzten Verschlüsse verwendet habe. Diese hätten das Modell sichtlich aufgewertet.
Zum Eigenbau gibt es eine Zeichnung mit Maßen von Tony Greenland, die er bei einem der noch existierenden Fahr-zeuge abgenommen hat. Sie wurden uns freundlicherweise von Heiner Duske über-lassen.
Grundsätzlich braucht man nur die hintere Hälfte des Turmes kappen und neu aus Plastisheet aufbauen. Wer das nicht will, bzw. nicht damit beauftragt wird (!), aber auch keinen MR Turm kaufen will (soll), kann sich mit folgender Improvisation aus der Affäre ziehen:
Schon beim Zusammenbau merkt man, daß bei Verwenden der frühen (kleinen) oder späten (länglichen) hinteren Turmluke irgendetwas nicht stimmt, da sie, verglichen mit Fotos, zu nahe an den Turmkanten sitzen. Ich habe mich entschlossen, die frühe Luke zu verwenden und versetzt anzubringen.
Nachdem die Rückwände mit Öffnungen versehen sind, damit man die Luken auch in geöffnetem Zustand zeigen kann, habe ich kurzerhand dieses Stück aus Plastiksheet nachgebaut. Zu faul eine Öffnung einzuschneiden, habe ich die Luke aus 0,2mm Plastik, einigen Nieten und Rundmaterial nachgebaut und von der Position, die das Bausatzteil vorsieht, um 2mm nach links versetzt, angebracht.Abhilfe bietet einerseits das Modelkasten Set SK-51 (~25.-€), dazu gibt es aber kein Antriebsrad und ich habe nicht herausgefunden, ob Modelkasten eines im Sortiment hat. Friulmodelismo ATL 36 (30.-€) bietet zu den Ketten auch korrekte Treibräder. Für mich standen diese Optionen nicht zur Wahl und es wurde nach Bauplan vorgegangen.
Die Ketten sind einfach und problemlos zusammenzubauen. Nachdem sie aufgezogen und durchgetrocknet waren, habe ich die Öffnungen, wo die Kettenbolzen eingeführt werden, aufgebohrt. Dieses, an den Originalketten markante Detail war bei den Bausatzteilen nicht berücksichtigt.
Bei diesem Kit handelt es sich um nichts anderes als den Italeri Bausatz No. 312 in neuer Verpackung, zu höherem Preis. Über viele Jahre war dieses Modell das einzig brauchbare in 1/35 und erst mit dem Auftreten der Bausätze von Hasegawa und Tamiya hat es diesen Status verloren. Besonders die Detaillierung im Innenbereich erweist sich als zu einfach, bzw. falsch (Querstange hinter Fahrer/Beifahrer ist nicht auf eigenem Träger fixiert, sondern wird an die hinteren Türen geklebt—ergo die würden NIE aufgehen).
Darum gabs bei mir einige Ausrüstungsgegenstände im Fahrgastraum verstreut und darüber ein Verdeck. Mit Alufolie und dünnem Silberdraht wurden die Verdeckriemen und deren Halterungen nachgebaut.
Der Rest der Oberfläche wurde leicht wellig strukturiert. Nun wurde eine Mischung aus gefärbtem Sand und Tapetenkleister aufgetragen. Nachdem dieser Auftrag halb getrocknet war, habe ich die unbemalten Gebäudeteile entfernt. Leider hat das Färbemittel nicht wie erwartet gegriffen und ich musste den Sand erst recht lackieren.
Nachdem die bemalten Gebäudeteile eingeklebt waren ging´s an die Begrünung. Ich wollte ein etwas verwildertes Areal darstellen, da den Bewohnern wegen der Kämpfe kein/e Zeit/Sinn für Gartenpflege zur Verfügung stand. Kurzes Gras wurde mittels Statik Gras dargestellt, das ich auf den mit Tapetenkleister angefeuchteten Boden gestreut habe.
Ich bediene mich hierbei einer leeren Plastikflasche für Haushaltsreiniger, in deren Verschluß ein ca. 3mm breites Loch gebohrt ist. Durch Zusammendrücken der Flasche wird das Statikgras in den gewünschten Bereich geblasen. Nach dem Trocknen wurden Basis und Gras mit Airbrush bemalt.
Erst danach kam das „Unkraut“. Hiefür verwende ich ein Moos, welches hierzulande zu Sylvester als Glücksbringer verkauft wird. Es gibt zweierlei Sorten, ich verwende die mit den kleineren Blättern. Ich kaufe dieses Material immer in größeren Stückzahlen ein und lasse es zu Hause noch ein wenig weiterwachsen. Sobald aber die ersten Fliegen aus der Erde schlüpfen ist es an der Zeit Nägel mit Köpfen zu machen! Ich schneide den Moosbuschen so nahe als möglich an der Oberfläche ab und gebe ihn zum Trocknen in Dehydriersalz. Nach ca. 1 Woche ist die Pflanze um ca 50% geschrumpft, behält aber die urprüngliche Form. Man kann die Pflanze aber auch einfach austrocknen lassen, das Ergebnis ist dann aber nicht so schön gleichmäßig. Mein Tipp: Nach Sylvester sind diese Glücksbringer meist preisreduziert!
Auf Grund schlechter Erfahrungen mit Ausbleichen unbemalter Pflanzen habe ich das Moos vor dem Ankleben lackiert. Hiefür verwende ich Tannengrün 645 von Decorfin Wood/Stone. Diese Farbe ist zum Bemalen von Steinen gedacht und zieht nicht so in die Pflanzen ein wie Tamiya oder Gunze Sangyo Produkte. Moosfetzen wurden mit ihren Enden in Weissleim getaucht und aufgeklebt. Der Baum ist ein Stück Ast, das Laub stammt von einer Pflanze namens „Bubikopf“. Der Nachteil besteht darin, dass diese Pflanze nach dem Trocknen auseinanderfällt. Daher bewahre ich sie in einer leeren Dose auf und bei Bedarf tauche ich einen mit Weissleim benetzten Zweig ein und drehe ihn so lange, bis er belaubt ist. Die Bemalung erfolgt dann mit Ölfarben.
Die Blumen sind aus „Gypsophilia“. Das ist das Zeugs, was gerne zu Rosen gegeben wird, um den Strauß voluminöser zu machen. Nachdem ich kein Rosenschenker bin, haben gewisse weibliche Verwandte den Auftrag, mich mit deren ausgetrockneten Gypsophilia Stämmen zu versorgen. Wobei auch hier auch darauf geachtet werden soll, dass es verschieden große und offenen Knospen gibt.
Hinter der Mauer steht eine Buschreihe von MK35 (A005, bunch of dried flowers). Dieser Artikel schaut auf dem Foto großartig aus, leider habe ich eine gänzlich andere Pflanze geliefert bekommen. Sie ist für den Zweck, für den ich sie verwendet habe, gerade gut genug. Auch hier wurde mit Tannengrün nachbehandelt.
Das trockene Gras im Gelände und in der Scheibtruhe stammt aus dem Meer, genauer gesagt von der Insel Aegina in Griechenland. Als ich es das erste Mal am Strand und im Wasser sah, dachte ich an Teerklumpen. Es handelt sich aber um Seegrasklumpen, die ungefähr in Daumennagelgröße auftreten. Als ich feststellte, daß man solch eine Kugel zerbröseln kann und sie sich dann in strohartige Halme zerlegt, begann das große Sammeln...
Nachdem ich derartiges Gras auch in Dioramenbausätzen der spanischen Firma X-Projext vorgefunden habe, dürfte es auch dort Vorkommen geben. Ein Urlaub am Mittelmehr lohnt sich also! Das gehackte Holz ist aus mehreren Zweigen entstanden. Der Rost auf der Regenrinne und –tonne wurde mit Dust & Rust kreiert.
Dazwischen gab es immer 24 stündige Trocknungsphasen! Jetzt erst wurden Werkzeug, Ketten, Kanone, etc. mit Emailfarben bemalt. Das Modell wurde dann mit einer Patina aus mit Terpentinersatz verdünnter Ölfarbe (gebr. Umbra und schwarz) versehen. Schweissnähte, Fugen, Nieten wurden mit schwarzer Ölfarbe unterstrichen (washing).
Ein sehr dezentes Drybrushing mit fleischfarbener Ölfarbe half erhabene Teile hervorzuheben. Das Fahrwerk und der Bereich über den Kettenschutzblechen erhielt eine extra Patina aus verdünnter Ölfarbenmischung (gebr. Umbra, heller Ocker und ein Spritzer Vandyck Braun). Schlieren entstanden durch einen Punkt Ölfarbe, der dann durch einen mit Terpentinersatz angefeuchteten Pinsel nach unten gezogen worden ist.
Ich habe Figuren von Dragon (6110), Verlinden und 2 Kopien, die ich in Tschechien erstanden habe, verwendet. Bei den Dragon Figuren wurden teilweise die Köpfe ersetzt. Besonders bei den Kopien mußte viel gespachtelt und geschliffen werden, da sie schlecht gegossen waren und viele, große Blasen hatten.
Danach erfolgte die Bemalung der Hautpartien mit Windsor & Newton Ölfarben. Dabei werden Cadmiumrot, Cadmiumgelb und Titanweiß zu einem hautfarbenen Ton vermischt, aufgetragen und sogleich wieder weggewischt. Trotzdem verbleibt genug Farbe um damit die Basis für weiteres Schattieren und Aufhellen zu gewährleisten.
Dies erfolgt mit helleren und dunkleren Abstufungen der Grundfarbe. Diese Farben werden aufgetupft und an den Rändern miteinender vermischt, um einen einheitlichen Übergang zu erhalten (Blenden). Mit Titanweiß werden helle Farbpunkte auf Nasenspitze, Kinn, Backenknochen gesetzt (Lichter) um diese hervorzuheben. Auch hier wird mit der Grundfarbe verblendet. Zu diesem Zeitpunkt werden auch die Augen gemalt. Einfärbige Uniformen und Ausrüstungsgegenstände werden so schattiert, dass ein Grundton Ölfarbe, entsprechend der Basisfarbe aufgetragen wird. „Böhmische Erde“ ist eine gute Wahl! Ein leicht abgedunkelter (mit dunkelbraun) Grundton wird an den Schattenseiten aufgetragen und ein leicht aufgehellter Grundton an den erhabenen Teilen. Das Ganze wird dann verblendet und je nach Erfordernis nachkorrigiert.Ich persönlich verwende keine zu auffälligen „Lichter“ um den Kontrast zu verstärken. Natürlich sollte man diese Prozedur auch für Tarnanzüge anwenden, aber irgendwo hört der Spaß auf, überhaupt wenn es sich um eine Auftragsarbeit handelt und der Tarif den getätigten Aufwand sowieso nur minimal entschädigt.
Daher gab es in diesem Fall nur eine Patina von brauner Ölfarbe und Drybrushing mit fleischfarbener Ölfarbe. Nachdem die Figuren nun glänzten wie Kinderspielzeug erhielten sie eine Ladung Gunze Sangyo flat clear, H20. Leider zerstört das viel der nuancenreichen Schattierung und ich bin mir immer noch nicht im Klaren, ob es nicht gscheiter wäre, die Ölfarben ohne Eingriff matt werden zu lassen (Zeitproblem) oder ob es doch einen Mattlack gibt, der neutral agiert. Revell 2 ist auch nicht die Lösung. Hautpartien habe ich dann noch mit seidenmattem Lack behandelt, um sie realistischer erscheinen zu lassen.
Nachdem auch der ICM Bausatz seine Mängel haben soll, wird das neue Luchs Modell von Tasca/Bego unter diesen Aspekten immer interessanter. Mit 49.-€ nicht grade billig, aber wenn er korrekt ist....doch auch hier gibt es schon einen Wermuthstropfen:
Es ist nur eine Vinylkette im Bausatz vorhanden. Für Einzelkettengliederfetischisten ein untragbarer Zustand, der den Gesamtpreis aber ganz schon nach oben schnalzen läßt. Aber man gönnt sich ja sonst nix..oder???
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