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Wie bastelt man eine Palme?

Zwar gibt es von manchen "After market" Anbietern mehr oder weniger (meist weniger!) schöne Palmen zu kaufen, doch will ich hier einmal meine Variante vorstellen, wie man fast kostenlos selber eine - wie ich meine - relativ realistische Palme herstellen kann. Der einzige Nachteil bei diesem Eigenbau: es ist eine Menge Arbeit, aber wir sind ja ModellBAUER und nicht (nur) -käufer, oder?

Modellpalme

Der Stamm:

Ich habe in ausgedehnten Walspaziergängen ausgetrocknete und schon etwas verkümmerte Fichten(!)-zapfen gesammelt, die zu Hause einer weiteren Austrocknung preisgegeben wurden.

Man muss dann danach trachten, den Aufbau des Stammes von unten nach oben mit immer kleineren Zapfen zu bewerkstelligen. Manchmal ist es auch nötig, einzelne Segmente aus den gesammelten Zapfen abzubrechen und neu zusammenzustellen. An der Spitze des Baumes sollte man einen etwas dickeren Zapfenabschnitt verwenden, um dem Vorbild der Natur nahe zu kommen. Diese Einzelteile werden mit dem Dremel (Kleinbohrer) angebohrt und mittels eines starken Drahtes und Sekundenkleber zusammengefügt.

Die Verbindungen (eventuell auch der ganze Stamm) sollten dann nochmals mit dünn- und/oder dickflüssigem Sekundenkleber getränkt werden. Ist das Ganze einmal stabil, wird mit Spachtelmasse (ich habe Model Masters "Red Putty" verwendet, man kann aber jedes x-beliebige Produkt zur Hand nehmen, soferne es sich gut verdünnen lässt) der Stamm eingestrichen. Vor allem die etwas weiter hervorstehenden Löcher der Fichtenzapfen"blätter" (?) werden damit ausgefüllt. In die noch feuchte Masse habe ich anschließend Borsten einer alten Kleiderbürste wahllos verteilt hineingesteckt.

Die Blätter:

Ich habe einen zw. 0,8mm und 1mm starken Draht für die Äste hergenommen. ein dünnes Alublech ca. 0,2mm dick dient als Ausgangsmaterial für das Blatt. Es wird in unterschiedlichen Größen und Formvarianten geschnitten und auf einer doppelten Lage Küchenpapier mit den Fingern auf den Draht gedrückt, bis dieser in etwa bis zur Hälfte vom Blech umschlossen ist. Mit einem Pinselrücken wird durch Festdrücken die Umschließung noch stärker gemacht. Dann lässt man dünnflüssigen Cyanoacrylat - Sekundenkleber in die Rinne zwischen Draht und Blech laufen, damit nichts mehr auseinander fallen kann.

Sobald die Klebestelle gut durchgetrocknet ist (unter Umständen nach dem Einträufeln des Klebers mit einem Taschentuch den Überschuss aufsaugen oder mit Mehl bzw. Speisesoda abbinden), kann man mit einer geraden Schere die ca. 0,5-1,5mm dicken Blattstreifen schneiden.

Ich habe bei meiner Palme manche Blätter erst nach dem Zerschneiden mit der Sprühpistole bemalt. Dies ist eher problematisch, da die Bemalung später fast nicht mehr ohne große Mühen zu bewerkstelligen ist, ohne dass man viele silbrige Stellen des Blechs sehen kann. Daher habe ich die "zweite" Generation schon vor dem Zerschneiden bemalt.

Auf jeden fall ganz zum Schluss wurden die Blattspitzen aufgehellt. Die "Zweige" werden dann in vorgebohrte Löcher an der Stammspitze befestigt.

Die Basis:

Am unteren Ende des Stammes fügte ich einen Draht ein, der im Kreis herum gebogen wurde, sodass ich eine kleine Standfläche erhielt.

In eine kleine Schale goss ich Gips hinein und drückte das Stammende mit dem Draht hinein. Die kleine Basis mit der Benzintonne und den Kanistern entstammt aus einem Figurensatz der Firma Verlinden (Afrika Korps Panzeroffizier) und wurde ebenfalls in den feuchten Gips eingedrückt.
Und so sieht das Endprodukt vor der noch notwendigen Detailbemalung (einzelne Blätter detaillieren, Trockenmalen, Wasching und Filtern) aus:

© 2004 Georg Schachinger
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Palmenkonstruktion

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