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"Ciao mia cara patria!"

Eine italienische Tragödie, Operation "Crusader" 1941, Nordafrika.

Modell und Bericht: Georg Schachinger
Bausatz: M13/40: Zvezda und Tamiya; Honey: Academy; 1:35
Figuren: Eigenbau, Verlinden, Tamiya (Rumpf), Köpfe von Modell Victoria und Warriors
Fotos: Wikinger

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 Historischer Hintergrund
 Zusammenbau der Modelle
 Die Figuren
Bildergalerie

 

Ausgehend vom wunderschönen M3 "Stuart"-Modell der Firma Academy, welches einige Zeit in meinem Archiv schmachten musste, plante ich ein Kleindiorama mit Beteiligung eines italienischen M13/40 Panzers. Dies war Neuland für mich, da ich bisher fast ausschließlich deutsche Wehrmachtsfahrzeuge gebaut hatte. Somit verschlang nicht nur die Metallkette von Friulmodell für den M13/40 und 3 Ätzteilsätze von "Eduard" bzw. "The Show Modelling" für beide Panzer einiges Geld, sondern auch die Referenzliteratur.


 

Historischer Hintergrund

Im November 1941 begann der brit. General Cunningham die so genannte Operation "Crusader", um einerseits das belagerte Tobruk zu entsetzen, andererseits die Truppen der Achsenmächte östlich der Festung vernichtend zu schlagen. Hauptträger der Offensive waren die Panzer der 7. brit. Panzerdivision, genannt "Wüstenratten". Unser Stuart - bei den Briten liebevoll "Honey" genannt - stammt aus US-amerikanischer Produktion. Diese Materiallieferungen unterstützten bereits einige Zeit vor dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten das Empire massiv. Die Kennung des leichten Panzers weist ihn zur 8th King´s Royal Irish Hussars der 4. Panzerbrigade gehörend aus, die Teil der 7. PzDiv waren.


Typisch für britische Offiziere der Aufklärungstruppe (Hussars) war deren "Mode", die rote Mütze der Ausgangsuniform auch im Gefecht zu tragen.
Der italienische Gegenspieler ist ein Panzer des Kommandos des 9. Panzerbataillons der Division "Ariete". Diese Division war an der westlichen Flanke von Rommels Truppen eingesetzt und geriet zwischen dem 26. und 28. Nov. im Rahmen der Rückzugskämpfe Richtung Sidi Rezegh (südöstlich Tobruks) des öfteren mit der britischen 7. PzDiv. aneinander, welche sich nach den großen Verlusten am 23. Nov (Schlacht am "Totensonntag") wieder umgruppiert und nun ihre Angriffe Richtung Tobruk erneut aufgenommen hatte.

Nur wenige Stuarts überstanden den 23. November und bis heute ist man sich über die genauen Verluste auf beiden Seiten im Unklaren. Vor allem die Versorgungsdienste der Achsenmächte konnten häufig ihre Kampftruppen nicht finden. So ist es kein Wunder, dass die unübersichtlichen Kampfhandlungen oft die Bergung abgeschossener Panzer und deren Besatzungen durch eigene Kräfte verhinderten. Somit kam auch für diese Italiener jede Hilfe zu spät. Der glücklichere britische Stuart-Kommandant wird seine Aufmerksamkeit wohl bald wieder dem Schlachtfeld widmen…


Der Zusammenbau der Modelle:

Der Stuart/Honey

Wie schon erwähnt ist der Bausatz von Academy sehr gut gelungen. Die beiden Ätzteilsätze sind jedoch für die maßstäbliche Darstellung der Kettenbleche und diverser Kleinteile, wie beispielsweise die MG-Kühlmäntel und die Kanisterhalterungen ganz gut zu gebrauchen. Etwas unnötig erscheint mir allerdings die große Anzahl an Innenraumdetails. Nach Fertigstellung des Modells ist davon nichts mehr zu sehen.
Leider passen die geätzten Seitenschürzen nicht korrekt, was einiges an Nacharbeit erfordert. Vorsicht ist auch geboten, um die passenden Teile für die britische Version des Panzers herauszufinden. Vor allem der umfangreiche Bauplan des Eduard-Satzes sollte daher genau studiert werden.


Nur für Modellbau-Masochisten ist die, im Bausatz enthaltene Einzelgliederkette aus Spritzgussteilen: der Zusammenbau von je 3 Teilen pro Kettenglied und das genaue Ausrichten sollte man nur seinen Feinden wünschen. Gut, dass die ebenfalls beigelegte Vinylkette sehr gut detailliert ist. Man kann sie daher getrost verwenden. Einige der Originalfotos des Honeys zeigen eine Zweifarbentarnung, daher habe ich das hier gezeigte Schema gewählt. Auf eine hellgraue Grundierung wurden mit der Airbrush erdfarbene Streifen als Vorschattierung aufgespritzt. Ein 50:50-Mix aus Tamiya XF 60 (Dark Yellow) und XF 57 (Buff) wurde mit ca. 10 % Weiß ergänzt.

dscn8246.jpgMit der Airbrush habe ich diese Farbmischung nicht deckend aufgetragen, sodass die Vorschattierung nicht verloren geht. Die zweite Tarnfarbe wurde aus XF 63 (German Grey), XF 62 (Olive Drab) und XF 4 (Yellow Green) zu gleichen Teilen gemischt. Das Muster wurde mittels Tamiya-Abdeckband geklebt und anschließend die 2. Farbe aufgespritzt. Es ist darauf zu achten, vom Klebestreifen weg in Richtung der Modelloberfläche zu sprühen, da sich ansonsten die Farbe am Klebeband ansammelt. Dies würde hässliche Farbränder ergeben. Solange die zweite Schicht noch nicht vollständig getrocknet war, wurden mit einer Skalpellspitze kleine Kratzer geritzt. Dies soll Beschädigungen der obersten Farbe simulieren, die nur bis zur zweiten Lackschicht durchgedrungen waren.

Ein Washing des gesamten Panzers mit den Ölfarben "Burnt Umbra" und "Lamp Black", die zu 95% mit Terpentinersatz verdünnt wurden, schließt den ersten Teil der Bemalung ab. Alle Markierungen außer jener der Wüstenratte am rechten Kettenblech wurden nach dem Abkleben der entsprechenden Stellen mit der Airbrush angefertigt. Die Zahl 40 und die Serialnummern an beiden Seiten der Wanne habe ich mit schwarzen Abreibezahlen der Firma Letraset hergestellt, welche auf eine weiße Grundierung geklebt wurden. Nach dem Besprühen mit olivgrüner (bzw. beim 40er mit roter) Farbe wurden die Abreibezahlen mit einem Klebeband wieder entfernt. Dort, wo ehemals die Zahlen klebten, kam wieder - wie gewünscht - die weiße Grundierung zum Vorschein.

Weitere Kratzer entstanden nun mittels einem 00-er Pinsel und stark verdünnten grau-braunen Acrylfarben. Größere Lackschäden innerhalb der grünen Tarnflächen erhielten noch einen winzigen Rand der gelben Basistarnung. Ein weiteres Detail-Washing entlang der Lukenränder und sonstiger Vertiefungen leitet die endgültige Verschmutzung und Verwitterung ein. Zuerst wird gefiltert: verschiedene Ölfarbtupfer verwischt man mit einem breiten Terpentin-befeuchten Pinsel. Ein leichtes Trockenmalen mit Ölfarben folgt darauf. Dazu muss man die zwei Tarnfarben des Panzers in helleren Nuancen durch Zusammenmischen verschiedener Ölfarben annähernd nachvollziehen. Ockerfarbene und weiße Ölfarben als Washing in einigen Vertiefungen simuliert die Ansammlung von Sand und Staub. Zusätzlich werden mit einem breiten Pinsel sandfarbene Pigmente trocken aufgetragen. Somit verstärkt sich die staubige Wirkung nochmals. Metallische Stellen an Ketten und bei den Luken habe ich durch Reiben mit einem weichen Bleistift dargestellt. Zuletzt kommt nochmals die Airbrush "zu Ehren", wenn eine feine seidenmatte Schicht an einzelnen Stellen des Turms aufgespritzt wird.

Der M13/40:

Für den Zusammenbau des Fahrzeugs hatte ich eigentlich zwei Modelle vorgesehen: den von Zvezda und den von Tamiya. Beide stellen zwar einen M 14/41 dar, aber die kleinen Unterschiede sind leicht zu beheben. Nachdem allerdings der Tamiya-Bausatz weitaus schlechter detailliert ist, wurde nur die Seitenausstiegsluke dieses Bausatzes verwendet. Noch kurz zu den Unterschieden zwischen dem früher eingeführten M13/40 und dem M14/41:
Das spätere Modell hatte einen leistungsfähigeren Dieselmotor, was man von Außen aber nicht leicht feststellen kann. Markantestes äußeres Merkmal des M13/40 ist die parallel zur Wannenseite verlaufende Anordnung der Kühlergrillöffnungen.

Weniger hervorstechend, jedoch für "Nietenzähler" oft sehr wichtig sind die je zwei Nieten oben und unten an der Bug-MG Manschette, statt je 1 beim M14/41.
Alle weiteren häufig in der Literatur angeführten Unterscheidungsmerkmale, wie der Antennensockel am Panzergehäuse rechts, späte Abdeckung für den Ventilator am Heck, die zwei gepanzerten konischen Abdeckungen für die Periskope am Turmdach und fehlende hintere 2/3 der Kettenabdeckungen können sowohl bei späten 13/40ern aber auch bei 14/41ern vorkommen.


Da mein Panzer dem Bataillonskommando des IX. Panzerbataillons angehört, habe ich auch die Antenne montiert.
Der Zusammenbau erfolgte aus den erwähnten Gründen großteils dem Zvezda-Bauplan folgend. Weil durch die Darstellung als zerstörter Panzer allerdings einiges von der Inneneinrichtung des Turms und des Motorraumes zu sehen ist, wurden einige Ergänzungen selbst angefertigt. Nach einem Vorbildfoto entstanden - allerdings mit starker "künstlerischer Freiheit" - Teile der Turmeinrichtung.

Der Motor ist ein zweckentfremdeter SdKfz 251er Antrieb, der etwas umgebaut wurde. Der Schriftzug "SPA" entstand aus gebogenem Bleidraht. Der linke Trägerrahmen der Motorraumklappe wurde teilweise heraus gebrochen und der hintere Verstaukasten aus Kupferblech neu hergestellt, um ihn anschließend zu durchlöchern und zu verbiegen. Die Motorraumklappe wurde aus Plastik- und Blechteilen neu aufgebaut.

Neben den vorderen Teilen der Kettenabdeckung bewährt sich der Ätzteilsatz von Eduard vor allem für den Austausch der M14/41 Kühlergrills des Bausatzes. Den linken der beiden habe ich etwas verbogen, um weitere Beschussschäden darzustellen. Der untere Einschuss in der Wanne wurde in beide Richtungen mit einem Skalpell in Form eines geraden Schnitts erweitert, da der italienische Stahl bei Treffern wegen seiner schlechten Güte zum Brechen neigte.


Die Bemalung erfolgte grundsätzlich analog den Methoden, wie sie beim Stuart/Honey beschrieben wurden. Ich werde mich daher auf die Darstellung der Brandschäden beschränken. Diese werden nach dem Grundieren mit der Tarnfarbe durch Spritzen des Motorraums und Teilen des Turms mit schwarzer Acrylfarbe eingeleitet. Nach dem ersten Washing wurden die Brandstellen außen mit verschiedenen Rot-, Orange- und Brauntönen mittels Airbrush vorbehandelt.

Die dunkleren Farben kommen dabei im Zentrum, die helleren an der Peripherie des Brandherdes zum Einsatz. Dann habe ich mit dem Pinsel unter Verwendung einer stark verdünnten, orangenen Vallejo Farbe jene Stellen bemalt, die dünnwandiges Metall darstellen. Wiederum mittels Airbrush habe ich etwas Schwarz für die Russdarstellung aufgespritzt. Weitere Nuancierungen erhält man durch die Verwendung von hellen, mittleren und dunklen rostfarbenen Pigmenten. Diese Pigmente werden von ASOA in günstigen 100ml Behältern angeboten.

Kleiner Exkurs zum Thema Rost:
Üblicherweise herrscht in Nordafrika geringe Luftfeuchtigkeit, sodass auf dort eingesetzten Fahrzeugen selten starke Rostentwicklung zu beobachten ist. Daher habe ich die beiden Panzer im Allgemeinen auch nicht stark verrostet. Anders verhält es sich jedoch, wenn Brand im Spiel ist. Durch die starke Hitzeentwicklung wird anscheinend der Stahl oberflächlich mit einer Art Flugrost überzogen, was sehr rasch nach Ende des Brandes zu beobachten ist. Viele Farbbilder von zerstörten irakischen Panzern des Golfkrieges beweisen diese Tastsache.


dscn8246.jpgDie (teilweise) verbrannten Holzelemente der Ausrüstung am Heck des M13/40 entstanden aus Furnierholz, das ich tatsächlich mit dem Feuerzeug "behandelte". Weitere Detaillierung erzielte ich durch Auftupfen verdünnter grauer Ölfarbe. Die Asche der verbrannten Laufrollengummis und von Holzteilen des Werkzeugs stellte ich wie folgt dar: Von einer Messerspitze wurden kleine weiße Pigmenthäufchen auf die Laufrollen und die Ketten gestreut. Diese Häufchen wurden dann mit einem Tropfen Verdünner fixiert.


Die Figuren

Die Besatzung des Stuart wurde in Scratchbauweise aus deutschen Panzersoldaten umgebaut. Gute Dienste leisteten mir dabei zwei verschiedene Modelliermassen: Magic Sculp und Duro. Man kann diese auch miteinander mischen. Beide sind 2-Komponenten-Modelliermassen, die durch Kneten vermischt werden und anschließend langsam aushärten. Magic Sculp ist sehr fein in seiner Konsistenz und lässt sich mit einem feuchten Pinsel weich verstreichen. Duro ist zäh-elastisch, etwas gröber und kann gut für das Herstellen von selbst tragenden Strukturen, wie Fahnen oder geschwungenen Mantelschößen aber auch zum Gestalten von Haaren verwendet werden.


dscn8246.jpgAuch die italienischen Figuren mussten mit diesen Hilfsmitteln selbst gestaltet werden, wobei der in der Panzerluke aus einem US-Panzersoldaten von Verlinden entstand. Für den am Boden sitzenden habe ich als Modellierbasis einen sitzenden Briten von Tamiya hergenommen. Beide Italiener bekamen neue Köpfe der Firma Modell Victoria.

Das Diorama:

Bei Dioramen des afrikanischen Kriegsschauplatzes hat der Modellbauer den Vorteil, dass die wenig strukturierte Landschaft das Auge des Betrachters nicht vom Kern der Szene ablenken kann. Manche Bastler bedauern das und so wird die Wüste oft zu einem quirligen Eventpavillon umfunktioniert. Allerdings sollte sich die Darstellung der Einfachheit nicht im Aufschütten eines Haufens Fluss- oder Original-Wüstensand erschöpfen. Ich habe daher unter den italienischen Panzer hinten einen kleinen Hügel und vorne eine kleine Grube angelegt. Das soll das Elend der Situation der Italiener darstellen. Der britische Kontrahent hingegen "thront" sozusagen auf ebener Fläche etwas über den Unglücklichen.

dscn8246.jpgDie Struktur des Sandes habe ich durch einige Kieselsteine und drei Dornbüsche aufgelockert. Die Büsche entstanden aus getrockneten Fäden, wie sie auf jungen Maiskolben zu finden sind. Um sie etwas stabiler zu bekommen, wurden sie mit dünnflüssigem Sekundenkleber beträufelt. Der Sand stammt aus einem Fluss und wurde mit Wasser und Weißleim sowie sandfarbenen ASOA-Pigmenten zu einer Masse vermischt. Diese Masse habe ich auf die, mit Gipsbandagen bedeckte Styroporoberfläche mit einer Spachtel und einer Messerklinge aufgebracht. In die feuchte Sandmasse wurden gleich die Kiesel und die Panzerspuren eingedrückt.

Auch der M13/40 verblieb bereits jetzt am Diorama. Der Stuart hingegen wurde erst nach dem Austrocknen der Basis mit einer Schraube von unten daran befestigt. Einige Lagen verschiedener sandfarbiger und rotbrauner Schichten mit der Airbrush lockern den Wüstenboden farblich etwas auf.
Ruß- und Blutspuren und das Ankleben der Italiener schließen dieses Werk ab.

Quellen:

Druckwerke:
N. Pignato, D. Greer: "Italian Medium Tanks in action", Squadron Signals Nr. 39;
P.S. Jowett, S. Andrew: "The Italian Army 40-45 (1), Europe 40-43", Osprey Men at Arms 200, Nr. 340;
F. de Lannoy: "Afrikakorps 41-43", Heimdal 2002
H. Büschleb : "Feldherrn und Panzer im Wüstenkrieg : die Herbstschlacht 'Crusader' im Vorfeld von Tobruk 1941", Vowinkel Verl. 1966.

Internet:
Hyper Scale (http://hsfeatures.com/features04/m1340jl_1.htm)
Model Victoria: T-Factory Review Italian M13/40 by Nicolas Virtue (http://www.tfactory.org/modules.php?op=modload&name=Reviews&file=
index&req=showcontent&id=8

© Georg Schachinger 2007


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Diorama Sidi Rezegh Nov 1941, Operation "Crusader"
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M13/40, PzDiv "ARIETE"; Bereich Sidi Rezegh 1941

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Stuart/Honey, 7. PzDiv "Wüstenratten"; Bereich Sidi Rezegh 1941

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