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Pantherstellung

Modell und Bericht: W. Kampfhofer
Bausatz: Tamiya 1:35
Figuren: DRAGON, gebaut von Christian Kleisz, IGM Wr. Neustadt
Fotos: W. Bradac


Kurzmenu
pfeil_re Historischer Hintergrund Berlin 1945
pfeil_re Der Panther Bausatz
pfeil_re Die Farben
pfeil_re Das Diorama
pfeil_re Bildergalerie

 

Geschichte

Berlin 1945 Gegen des Ende des zweiten Weltkrieges wurden nicht mehr fahrbereite Panther als Bunkeranlagen an großen Straßenkreuzungen verwendet. Um die Fahrzeuge wurde meistens Schutt und Schrott als zusätzlicher Schutz angehäuft.

Sofern mir bekannt, sind diese Pantherbunker aber nur in Berlin eingesetzt worden. Panthertürme wurden ja bereits in dafür vorgesehenen Panzerstellungen seit 1944 verwendet. Auch diese gab es in Berlin. In beiden Fällen wäre es interessant zu erfahren, mit welchen Geräten diese Waffen zu ihrem Standort verbracht und dort aufgestellt wurden. Wer weiß etwas darüber?

Augenzeugenbericht eines Berlin-Kämpfers
(eingesandt von unserem Leser Sven Dargatz; Danke dafür!)

Panther - Turm im Berliner Endkampf

Gratulation zu dieser Seite, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde.
Habe gerade von meinem Vater, der den Endkampf um Berlin als Angehöriger der RAD - Flak noch aktiv miterlebt hat, erfahren, dass es sich bei diesen Mini - Festungen um die Wanne ohne Laufwerk und Motoren handelte. "Angeliefert" wurden diese auf Tiefladern, dann in der beschriebenen Weise mit Schrott und Trümmern "armiert" und im Endkampf eingesetzt. Ein "Panther" stand am "Kaiser - Wilhelm - Platz" in Schöneberg, Schußrichtung Innsbrucker Platz, bzw. Hauptstrasse.
Nach der Besetzung und Aufteilung der Stadt in die vier Sektoren (nach dem 04.07.1945) wurden diese Panther durch US - Pioniere geborgen ( ca. Oktober 1945). Dabei ging man wie folgt vor: neben dem Panther wurden durch zwei Caterpillarraupen ein Graben gezogen, die Wanne samt Turm dort hineingekippt. Ob der Panzer dort verblieben ist, weiß er allerdings nicht.
Hoffe, dadurch etwas "Licht" in's Dunkle gebracht zu haben.
Gruß nach Wien,

Sven

pfeil_ob  

Der Tamiya Panther

Viele Modellbauer werden zumindest einen Bausatz des Tamiya Panther Ausf. A ( 35065 ) ihr eigen nennen. Dieser Bausatz aus dem Jahre 1969 wird auch noch heute produziert und angeboten. Es besteht also die Möglichkeit, dass Novizen oder Verwandte, die einem ein Geschenk machen möchten, geblendet von der Marke und dem erheblich geringeren Anschaffungspreis als andere Panther von Tamiya oder Dragon, zu diesem Modell greifen.

Wer das Modell dann nicht umtauschen oder einem anderen Opfer verscherbeln kann, wird sich fragen, was er mit damit machen soll, denn die Mängelliste ist enorm: Maßstab eher 1/32, mäßige, vereinfachte Detaillierung, falsch dargestellte innere Laufrollen, falsche Ketten, zu breite Kanonenblende. Eine Möglichkeit, dieses Modell zu verarbeiten, soll dieser Bericht zeigen.

Heinrich Z., in dessen Privatmuseum dieses Diorama nun untergebracht ist, hat besagten Bausatz vor einigen Jahren gebaut und mir zur weiteren Bearbeitung überlassen. Ich habe sämtliche, an der Seite angebrachten Teile, die Kisten und Auspuffe am Heck entfernt und wo notwendig, durch Plastik-, Metall- und ätzteile ersetzt.

Das Zimmerit entstand unter Verwendung von Tamiya Spachtelmasse, die mit einem Schraubenzieher strukturiert wurde. Der Turm, bei dem ich darstellen wollte, dass er von einem anderen Fahrzeug stammt, erhielt ein anderes Zimmeritmuster. Die vertikalen Linien entstanden mit dem Schraubenzieher.

Um dem Verzug des Putty beim Gestalten des Rautenmusters entgegenzuwirken, habe ich die ungebrauchte Ersatzklinge eines Tapezierermessers verwendet und auf ganzer Länge in den entsprechenden Bereich des Modells gedrückt. Dadurch erhält man auch einheitlich gerade Linien. Winkelspiegel entstanden aus Plastiksheet, Schweissnähte wurden mit dem Lötkolben nachgebildet.
pfeil_ob  

Bemalung

Ich habe Revell Airbrush Email Farben verwendet. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht auffällt, wurden auf Turm und Wanne unterschiedliche Farbtöne angebracht, um die Illusion eines aus mehreren Komponenten zusammengefügten Fahrzeuges zu vermitteln.

Verwittert wurde, indem weisse, ocker und braune Ölfarben auf die Oberfläche des Modells aufgetupft und sogleich mit einem in Terpentinersatz getränkten Pinsel abgewischt wurden. Man muß nur aufpassen, dass sich die Ölfarbe nicht im Zimmerit fängt. Rostflecken entstanden mit lasierender Ölfarbe von Schmincke ( Mussini ). Diese Farben gibt es in verschiedenen Brauntönen und sie bestechen durch das leicht transparente Finish. Trocken aufgebrachte Farbpulver von MIG dienten zur Verstaubung. Dort, wo sich zu viel des Guten angesammelt hat, habe ich mit einem feuchten Wettex eingegriffen und den Überschuss weggewischt.
pfeil_ob  

Das Diorama

Ursprünglich hatte ich ein Mega Diorama vor Augen. Die Pantherstellung an einer Strassenkreuzung, mit Häusern, Fahrzeugen und deutschen Soldaten auf zirka 1 x 1m. Eine Ebene darunter die Keller und Abwasserschächte mit Zivilbevölkerung.

Und dann, in der zweiten Ebene, die Bunker, bereits voll mit Rotarmisten. Das Ganze natürlich beleuchtet und von vier Seiten beschaubar. Aber alleine die maßsstäbliche Darstellung 15-30 Meter Erdreich bis zur Bunkerlinie ließ mich von dieser Idee Abstand nehmen. Daher ist das Endresultat geradezu minimalistisch ausgefallen, man könnte es lediglich durch das Einkopieren von Häusern attraktiver gestalten.

Das ganze Diorama findet nun auf einer 24 x 24cm Platte Platz. Der Asphalt besteht aus Alabastergips, der in eine entsprechende Vacuform gegossen wurde. Nachdem die Grundfläche hergestellt war, habe ich das Modell draufgeklebt. Der Schutt ist echter Bauschutt, den ich einem Container entnommen habe. Leider hatte ich nicht mehr ausreichend Material über und musste es mit Steinen aus einem Fluss und Ziegeln von Plus Modell "strecken".

Dieses Gemisch wurde mit Tapetenkleister angemischt und mit einem Löffel aufgeschichtet. Während des Trocknungsprozesses entstanden kleine Löcher, die ich mit überschüssigem "Material" auffüllte.

Eigentlich dachte ich, mich vor einer farblichen Nachbehandlung drücken zu können, denn was kann "echter" aussehen als originaler Schutt? Leider wurde meine Hoffnung enttäuscht, denn die ausgehärtete Masse sah aus wie Erbrochenes.

Was nun erfolgte ware das Aufbringen und wieder Abwaschen von MIG Farbpulvern, das Patinieren mit verdünnten braunen Ölfarben und schliesslich das Trockenmalen mit fleischfarbener und grauer Ölfarbe. Dieser Prozess nahm 5 Abende in Anspruch.

Figuren
Die Figuren stammen aus Dragons Volkssturm Set ( 6173 ) und wurden von Christian Kleisz, IGM Wr. Neustadt, gebaut und bemalt. Er hat sie mit Humbrol Email grundiert, mit Ölfarben schattiert und dann trockengemalt.

Referenzen:
Concord: Armour battles on the Eastern front, part 2
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Diorama "Berlin 1945"

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© 2003 Werner Kampfhofer

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